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Degeneration, Ethik- und Demokratieverlust...

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Atomkatastrophe in Japan...

In der Hoffnung, dass sich Japan von seiner im März 2011 eingetretenen Atomkatastrophe baldmöglichst erholt, sei zu deren Wirkung auf die deutsche Atompolitik folgendes angemerkt: Welche Rückschlüsse lässt die sich noch im März 2011 abzeichnende Kehrtwende der deutschen Regierungspolitik auf die Qualität unserer Regierungspolitiker zu, wenn man unterstellt, dass sich letztlich nichts an der durch Atomkraftgegner seit Jahren propagierten Gefährlichkeitseinschätzung der Atomkraft geändert hat ?

  Vielmehr hat sich diese Gefährlichkeitseinschätzung zum x-ten Male nach Tschernobyl, Harrisburg etc. bestätigt. Dennoch verlautbart die Regierung, angesichts der sich für sie “nunmehr” erwiesen habenden Gefährlichkeit sei die Laufzeitverlängerung neu zu überdenken und die vorhandenen Meiler im Lande zu überprüfen. Wem hört diese Politik denn vor ihren Beschlussfassungen zu ? Den AKW-Betreibern so lange, bis sich die Macht der öffentlichen Meinung nach einer Katastrophe als gefährlicher erweist ? Umweltminister Röttgen hat noch kürzlich den Schneid besessen, Deutschland die Laufzeitverlängerung als grösste energiepolitische Errungenschaft der letzten Jahrzehnte zu verkaufen. Da darf es doch sehr wohl in einer Demokratie erschrecken, in welcher Intensität und vor welchem Hintergrund vehementen Widerstandes sich ein diesbezüglich durchsetzender Minister folgenlos irren und/oder ahnungslos sein kann, während sich die Widerstandsbewegung völlig ignoriert fühlen muss. Auch wir “kleine Lichter” haben bereits kurz nach dem parlamentarischen Beschluss zur Laufzeitverlängerung angeprangert, mit welcher Selbstverständlichkeit deutsche Politik offensichtliche Menschengefährdung in Kauf zu nehmen bereit war und ernst zu nehmende Warnungen in den Wind schlug. Es hat sich nichts an der von jedem einfach einzusehenden Tatsache geändert, dass ein Terrorist, der ein Flugzeug in den Twin-Tower in New York lenken vermag, auch ein Atomkraftwerk ins Visier nehmen kann. Ist dies nicht bereits genug potentielle Gefahr für Menschenleben ? Demgegenüber ist das “japanische Beispiel” überhaupt nicht auf deutsche Verhältnisse übertragbar, weil bei uns weder Erdbeben noch Tsunamis in der japanischen Grössenordnung denkbar sind. Wo liegt hier die Logik der Politik ? Oder: Wie kann man sich da dem Eindruck entziehen, dass Politiker, die ihr jetziges “Umdenken” mit dem “Eintreten des Unerwartbaren” begründen, ihre Fahne wahltaktisch wirklich nur nach dem “Wind der öffentlichen Meinung hängen” und keineswegs glaubwürdige Führungsstärke zeigen ? Sähe man sich die öffentliche Berichterstattung zur Beschlussfassung über die Laufzeitverlängerung nochmals im Zusammenhang mit ihrer Verteidigung durch bundesdeutsche Politiker an, so verstünde man ganz schnell die auf dieser Seite seit langem vertretene Auffassung, dass die wirklich massgeblichen umweltpolitischen Belange zum Wohle des Bürgers hierzulande vor allem von einer privaten, mit Spenden (nicht Steuergeldern) finanzierten Umweltorganisation in Angriff genommen werden, der wir alle zutiefst dankbar sein sollten: GREENPEACE - Danke.

  Greenpeace haben wir es massgeblich zu verdanken, dass die “Argumentation” der Atompolitiker, wonach wir anderen Ländern nacheifern müssten, weil deren in der Nachbarschaft gelegene Atommeiler uns ohnedies “gefahrentechnisch” wie auch wirtschaftlich bedrohen würden, nicht sämtliche Bedenken vom Tisch gefegt hat. Aus ethischer Sicht sind diese Belange ohnedies unhaltbar: Ein altrömischer Grundsatz besagt bereits, dass es keine Gleichheit im Unrecht gibt (ein Falschparken ohne Strafzettel in meiner Nähe gibt mir keine Legitimation, mich über einen Strafzettel für mein Falschparken aufzuregen) und ein deutsches Sprichwort lässt klar erkennen, dass es nicht ratsam ist, ohne nachzudenken, in einen Brunnen zu springen, nur weil es andere vormachen. Ein souveräner Staat in Mitteleuropa sollte sich im übrigen um eine Vorbildfunktion bemühen, auch wenn sich eventuell Nebeneffekte (Verteuerung des Strompreies) einstellen können. Wenn wir schliesslich - was heute leider selten genug passiert - an unsere Kinder bzw. Nachfahren denken, kann die Entscheidung nur lauten, so früh wie möglich die Seiteneffekte der unbedingt zu verfolgenden, erneuerbaren Energien beherrschen zu lernen und auf Atomkraft zu verzichten.

  Erschüttert hat unterdessen die Tatsache, dass angesichts des medialen Drucks - die Medien können sich das aktuelle Themeninteresse schliesslich nicht entgehen lassen und hier auf die Kontraproduktivität ihrer Berichterstattung für die Laufzeitverlängerung keine Rücksicht nehmen (wieder einmal heiligt der Zweck die Mittel) - nunmehr auch immer mehr Horrorinformationen zu den Spätfolgen der Tschernobyl-Katastrophe “auf den Tisch” kommen, die längst überwunden schien. So hört man jetzt immer häufiger in der Berichterstattung, dass deutscher Boden immer noch massgeblich radioaktiv kontaminiert sei und auch bestimmte Tiere aus hiesigen Wäldern - wie Wildschweine - besser nicht als menschliche Nahrung “Verwendung” finden sollten. Wenn in Japan staatlicherseits tatsächlich zeitweise die Wahrheit zur Panikvermeidung “beeinflusst” wird, so wäre dies eine Sache, die man im Interesse der Bürger im Rahmen der sich realisiert habenden Gefährdung eventuell noch nachvollziehen könnte, wobei freilich die Moral der Geschichte sein muss, dass im Katastrophenfall öffentlichen Verlautbarungen kaum mehr geglaubt werden kann; sollte eine Verdrängung offensichtlicher Tatsachen jedoch zur Unterstützung wirtschaftlicher Interessen von Stromkonzernen unter Ausserachtlassung der Gefahren für den Bürger geschehen...

Und abschliessend sei nicht vergessen: Japan war immer ein Freund Deutschlands, hoffentlich erweisen wir uns dieser Freundschaft durch eine wirklich effektive Hilfe jetzt auch für würdig. Gottlob hat das Internet durch seine vielseitige und anschauliche Konfrontation der Menschen mit dem Schicksal ihrer Mitmenschen viel für die sich abzeichnende Wiederkehr eines wichtigen ethischen Grundwertes getan: das Mitgefühl...

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