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Degeneration, Ethik- und Demokratieverlust...

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Deswegen haben wir keine mehr. Lassen Sie uns dies ändern...

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Gesellschaft...

Zunächst eine “landläufige Feststellung”, die oft bestritten wird, aber als Tatsache unbestreitbar ist: früher - also vor 20-25 Jahren - war tatsächlich Vieles in Politik und Wirtschaft, aber auch in unserer Gesellschaft erheblich “besser”. Der Mangel an guten - oder besser gesagt die zahlreichen schlechten - Vorbilder in den erstgenannten Bereiche haben fraglos die Gesellschaft geprägt. Über die ethisch bedenklichen Handlungsweisen von Politikern und Wirtschaftsbossen hat sich in der Gesellschaft der Gedanke festgesetzt, dass man nur mit vergleichbaren Handlungsweisen “zu etwas kommt”. Das Ergebnis war nicht nur ein Streben vieler Bürger nach entsprechenden Verhaltensweisen, sondern auch ein Streben nach der “Rahmenbedingung” dieses Verhaltens: dem reinen Egoismus. Letzterer wiederum hat die Menschen stets getrennt (“Hier meine Jacht, hier meine sieben Reitpferde, hier mein...”), war also sozialstaats- und demokratieschädlich, was dem Machterhalt von Politikern und Wirtschaftsbossen eher zuträglich als abträglich war. Kein Wunder also, dass die Situation eine gewisse Art von Stabilität entwickelt hat, obwohl unsere Verfassung Sozialstaatlichkeit zugrunde legt, die Sozialbindung des Eigentums z.B. und vieles mehr. Gewonnen zu haben scheint allerdings der “Ego-Kapitalismus”, der nicht zu Unrecht von vielen “aufrecht” gebliebenen Zeitgenossen als der Todfeind der Sozialstaatlichkeit bezeichnet wird (“kein Multimillionär in einem Land, in dem noch Menschen hungern...”); interessant, denn Kapitalismus und Sozialstaat sollten an sich bei uns nebeneinander existieren können. Dass viele wohlmeinende Bürger in diesem Klima schnell einer von verlogener Machtausübung geförderten Täuschung unterliegen, lässt sich erahnen. Kommen von diesen Bürgern einige auf die Idee, die heutigen Zeiten mit denen von früher zu vergleichen, so werden ihnen in der Regel Beispiele aus der Dritten Welt vorgehalten, denen unsere Gesellschaft “immer noch” überlegen sei; hinweggetäuscht werden soll also auch über die Tatsache, dass die Republik in den letzten zwei Jahrzehnten völlig heruntergewirtschaftet wurde und hieran tatsächlich unsere Führungspersönlichkeiten (straflos gebliebene) Verantwortlichkeit tragen.

  Die aus einer dementsprechenden, gesellschaftlichen Situation hervorgehende Oberflächlichkeit ist von Hauses daran interessiert, dass innere Werte - ethische Bezugsgrössen sind hier Musterbeispiele - weniger zum Zuge kommen, als Äusserlichkeiten, mit denen unter Macht- und Geldeinsatz vorzüglich Blendung betrieben oder - in einer bewusst kapitalistisch ausgerichteten Formulierung besser gesagt - produziert werden kann. Demgegenüber stellt es kein Ruhmesblatt dar, wie die Gesellschaft mit den Menschen umgeht, die wertvolle Rahmenbedingungen dieser Gesellschaft aufgebaut und nunmehr in grosser Zahl unter unwürdigen Umständen in Altersheimen dahin... Man scheint auch zu vergessen, dass diese uns verlassenden Menschen nicht alt geboren wurden, sondern für ihre aus ihrem Blickwinkel auf gerechtigkeitsorientierten Grundlagen aufbauenden Ideale und Visionen in jungen Jahren schwere Zeiten hinter sich bringen mussten. Richtig schlimm ist die Tatsache, dass sich in der Gesellschaft heute Kritiklosigkeit und Duckmäusertum vor dem Hintergrund eines immens angewachsenen Egoismus breitgemacht haben, der in vielen Fällen Hilfsbereitschaft nur im Gegenleistungsverhältnis zulässt und Visionen für gerechtere und anspruchsvollere Lebensbedingungen ob der “solange es mir gut geht”-Mentalität bereits im Keim unterbindet. Im übrigen scheinen geschichtliche Entwicklungen dieser Gesellschaft Einflüsse entwickeln zu können, die insbesondere von älteren Mitbürgern und Zeitzeugen als “unter der Gürtellinie” einer wahrheitsorientierten Betrachtungsweise empfunden werden, während die Berührung bestimmter Thematiken selbst bei massiv angestrengter Bemühung aller Wahrheitsliebe für Bürger hierzulande Probleme bringen kann, die sich von vielen Bürgern mit üblichen Massstäben der Vernunft oftmals nicht nachvollziehen lassen. Demgegenüber scheint die Verfassung jedoch um Wahrheit bemühte Meinungsfreiheit vorbehaltlos zu unterstützen. Was die gesellschaftlichen Egoismen anbelangt, so eröffnet sich hier ein besonderes Minenfeld, das über das hinwegzutäuschen versucht, was “drinnen” ist. Während die Gesellschaft - vorwiegend dem Christentum und ihren Kirchen zugetan - “nach aussen” sozialstaatliche Leitwerte hochhält, breitet sich tatsächlich Sozialkälte immer mehr aus. Wer “vom Schicksal” mit Arbeitslosigkeit geschlagen ist, hat Pech gehabt und gehört zu den Verliereren, wobei Verschuldensaspekte ebensowenig interessieren wie bei der Bewertung der Art und Weise wie die “wertvollen Mitglieder” unserer Gesellschaft mit Geld zu ihrem Reichtum gekommen sind. Dass in diesem Zusammenhang “Drückebergervorwürfe” auf allmählich völlig desillusionierte Menschen treffen, ist noch der geringste Aspekt des auch hier Platz greifenden, scheinchristlichen Verlogenheitsprinzips “wem es sowie schon schlecht geht, dem macht auch noch mehr nichts mehr aus”. Kein Wunder, dass sich in dieser Situation kein Bürger ein Schwächezugeständnis leisten will; sein Gegenüber könnte ja glauben, er sei ein Versager und schutzlos. Neben der mangelnden Solidarisierung der Bürger gegen eine abzulehnende Politik ist eine weitere aus dem Egoismus hervorgehende “Demokratiebremse” in diesem Aspekt zu suchen: Wer nicht zuzugeben bereit ist, dass es ihm schlecht geht, um nicht schwach da zu stehen, verhindert, dass diejenigen, die für seine Situation politisch verantwortlich sind, auf breiter Front mit dem Ziel angeprangert werden, dass sich ihr Versagen offenbart und sich etwas ändert.

  Im Verhältnis zu den schicksalhaft gebeutelten Mitbürgen stellt sich die Situation der potentiell zur Hilfe Befähigten dagegen oftmals wie folgt dar: An statt einer aus Dankbarkeit und Demut über das eigene Wohlergehen resultierenden Hilfsbereitschaft macht sich die Vorstellung des Anspruchs breit, man werde seine Situation im Verhältnis zu denen da schon verdient haben; eine Vorstellung, die jäh im Zuge einer sicher nachfolgenden “Schicksalsbeeinträchtigung” der vorliegend irrenden Person endet... Eine besondere Ausformung egoistischer Eskalationen zeigt die Gesellschaft in ihren Vorstellungen, wie sie im Generationenverhältnis entartet. Junge Frauen dürfen - vor dem Hintergrund der ihnen angeblich offenbarten, emanzipatorischen Freiheit - berufstätig sein, um die Kindertagesstätten zu zahlen, in die sie ihre Säuglinge in jungen Tagen verbringen, während die Grosseltern der Säuglinge, die liebend gerne für ihre Enkel die Rolle der Kindertagesstätte übernehmen würden, zu gegebener Zeit für viel Geld in oftmals unwürdige Zustände des Gegenstücks der Kita (Altersheim) abgeschoben werden. Hier schliesst sich der Kreis in der eingangs geäusserten Tatsache, dass früher Vieles besser war: auch wenn zuweilen Kritikpunkte im Zusammenleben verschiedener Generationen anzuerkennen sind, die Grossfamilie hatte in dem vorbezeichneten Zusammenhang auf natürliche, kostensparende Weise eine menschliche Lösung geschaffen... Wenn es aber nur eine solche Menschlichkeit wäre, die den Kindern in der heutigen Zeit vorenthalten wird. Die multiplen Hypotheken- so neben den finanziellen auch mannigfaltige ethische - und Lasten, die wir unseren Kindern heute im übrigen aufbürden, lassen einen nur noch schaudern. Unlängst hat eine junge Mutter bei der Vertiefung dieses Themas sogar die Auffassung erwogen, dass derjenige, der in der heutigen Zeit ein Kind in die Welt setzt, grob fahrlässig an dem Kind handelt. Interessanter, aber trauriger Gedanke. Wie (gelinde ausgedrückt) “daneben” die aktuelle Familienpolitik mit (nicht uneigennützigem) Blick auf die Förderung der Schaffung zukünftiger Rentenzahler (Kinder) ist, wenn sie Kindertagesstätten als einschlägige Massnahme zur Familienförderung favorisiert, ist nach alledem nicht wirklich mehr erklärungsbedürftig...

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